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Pilgerbericht von Versoix nach Genf

  • Elsbeth Kirchhofer
  • vor 2 Tagen
  • 2 Min. Lesezeit

11.04.2026


Diese Etappe war anders. Besonders. Und tief berührend.

Von Versoix aus machten wir uns gemeinsam auf den Weg – Janik im Rollstuhl, Christof an meiner Seite. Der Jakobsweg wurde heute zu dritt gegangen. Und damit veränderte sich alles: das Tempo, die Aufmerksamkeit, die Prioritäten.

Über Genthod und Pregny-Chambésy führte uns der Weg Richtung Genf. Die Strecke selbst trat fast in den Hintergrund – denn heute ging es um mehr als Kilometer.

Zeit einrechnen für Janik. Für seine Verpflegung. Für Pausen.


Und auch ganz praktisch: die Suche nach Strom für die Vakuumpumpe. Dinge, die sonst keine Rolle spielen – und heute zentral waren.

Und doch: Es funktionierte. Schritt für Schritt. Gemeinsam.

Ein ganz besonderer Moment erwartete uns beim Jet d’Eau. Dieses kraftvolle Wahrzeichen von Genf – Wasser, das in den Himmel schiesst. Ein Symbol für Stärke, für Präsenz. Wir hielten inne.

Ebenso bei der Cathédrale Saint-Pierre. Ein Ort der Ruhe, der Geschichte, des Ankommens. Hier wurde spürbar, wie weit der Weg bereits geführt hat – und wie besonders dieser gemeinsame Abschnitt ist.

Das Wetter meinte es gut mit uns. Bis auf ein paar angenehme Tropfen am Schluss blieben wir verschont. Fast so, als hätte der Himmel gewusst, dass dieser Tag seine eigene Kraft hat.

Und dann: unsere Unterkunft.

Was uns dort erwartete, war mehr als Gastfreundschaft. Es war Herzlichkeit. Offenheit. Grosszügigkeit.


Für Janik wurde liebevoll Brei zubereitet. Für uns gab es Suppe, Hauptgang und Dessert. Und statt des kleineren Pilgerzimmers wurde uns kurzerhand das eigene Schlafzimmer überlassen. Und alles zum Unkostenbeitrag.

Die Verständigung? Eine wunderbare Mischung aus Händen und Füssen, Englisch, Deutsch, Französisch – und wenn nötig mit Hilfe von Google Übersetzer.

Ein Abend voller Lachen, Dankbarkeit und diesem Gefühl, getragen zu sein.

Diese Etappe hat mir einmal mehr gezeigt:


Der Jakobsweg ist nicht nur ein Weg über Kilometer.


Er ist ein Weg durch Begegnungen, durch Herausforderungen – und durch echte Menschlichkeit.

Und heute sind wir ihn gemeinsam gegangen. 🤍

 
 
 

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