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Pilgerbericht Genf - Bardonnex/Frontière

  • Elsbeth Kirchhofer
  • vor 13 Stunden
  • 2 Min. Lesezeit

12.04.2026


Der Morgen begann in Genf – und mit einem Gefühl tiefer Dankbarkeit für unsere Unterkunft. So viel Herzlichkeit habe ich selten erlebt. Unsere Gastgeberin hatte sich tatsächlich meine Webseite auf Französisch übersetzt und alles gelesen. Als sie verstand, dass mein Weg Teil eines Spendenprojekts ist, wollte sie keinen Unkostenbeitrag annehmen. Im Gegenteil: Für sie war unsere Übernachtung ihre persönliche Spende. Eine Geste, die mich tief berührt hat.


Gemeinsam machten wir uns auf den Weg – über Carouge und weiter Richtung Compesières.


Zwischen Genf und Compesières wurde ich heute noch einmal auf eine ganz eigene Weise herausgefordert: die Suche nach Pilgerstempeln. Drei Kirchen lagen auf meinem Weg – und keine brachte den erhofften Stempel.


Die erste hatte keinen.


In der zweiten lief gerade eine Messe.


Und die dritte war wegen Bauarbeiten geschlossen.


Ein kleiner Frustmoment – und gleichzeitig eine Erinnerung daran, dass sich nicht alles planen lässt.

Weiter ging es über Charrot bis zur Grenze bei Bardonnex. Und dort erhielt ich ihn: meinen letzten Pilgerstempel.


Der einzige an diesem Tag – und aus meiner Sicht der bedeutendste.


Der Himmel war den ganzen Tag grau, ein leichter Regen begleitete uns stetig. Ruhig, gleichmässig – fast passend zu diesem Abschlusstag.


Die letzten drei Wochen sind nicht spurlos an mir vorbeigegangen. Meine Knie schmerzen, meine Füsse – besonders der linke – melden sich deutlich. Jeder Schritt war heute spürbar.


Und doch…

Als ich gemeinsam mit Janik die Grenze überquerte, passierte etwas. Die Emotionen übermannten mich. Tränen liefen. Nicht vor Schmerz – sondern aus einem tiefen inneren Gefühl heraus.


Ich bin einmal quer durch die Schweiz zu Fuss.


Ein Satz, der sich kaum greifen lässt – und doch wahr ist.


Kurz vor 14 Uhr entschieden wir uns, den Bus bis Lancy-Bachet zu nehmen und von dort mit dem Zug zurück nach Pont-Céard. Dort wartete das Auto – und damit der Weg zurück nach Hause.


Allerdings bleibt ein Teil von mir unterwegs.


Und ganz zum Schluss:


Ein tiefes Dankeschön an Christof.


Für deine Unterstützung, deine Geduld und deine Kraft. Für all die Momente, in denen du mitgeholfen hast, Janik den Weg hinaufzuschieben, wenn es steil wurde. Fürs Dasein, Mittragen und Mitgehen.

Dieser Weg war meiner –

allerdings ohne dich wäre er nicht derselbe gewesen.


In den nächsten Tagen und Wochen werde ich hier im Blog und auf Instagram immer wieder Einblicke teilen – Gedanken, Bilder und das, was sich vielleicht erst mit etwas Abstand wirklich zeigt.

Dieser Weg endet hier.


Und gleichzeitig beginnt etwas Neues.

🤍

 
 
 

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