Pilgerbericht Thun -Wattenwil
- Elsbeth Kirchhofer
- 28. März
- 2 Min. Lesezeit
28.03.2026
Der Tag begann mit einem kleinen Umweg: Mit dem Zug fuhr ich von Spiez nach Thun, um an der Schiffstation meine am Vortag auf dem Schiff in Spiez vergessenen Wanderstöcke abzuholen. Ein seltsames Gefühl – als würde ich einen losen Faden wieder aufnehmen. Mit den Stöcken in der Hand war mein Rhythmus wieder vollständig.
Dem Uferweg entlang ging es weiter, vorbei am majestätischen Schloss Schadau, bis nach Gwatt. Der Thunersee lag ruhig da, und die Sonne meinte es gut mit mir. Es war einer dieser Tage, an denen sich Gehen leicht anfühlt.
Die Berge waren heute alle gut zu erkennen - Eiger, Mönch, Jungfrau, Niesen und Stockhorn etc.
In Gwatt machte ich eine wunderbare Bekanntschaft. Ein offenes Gespräch entstand – über mein Projekt, über das Unterwegssein, über Mut und Visionen. Solche Begegnungen sind Geschenke am Wegesrand.
Bis Amsoldingen blieb das Wetter herrlich sonnig. Auch hier kam ich erneut mit jemandem ins Gespräch und durfte von meinem Projekt erzählen. Es berührt mich immer wieder, wie interessiert und wohlwollend Menschen reagieren. Die Kirche ist wundervoll.
Doch dann drehte das Wetter. Ab Uebeschi zogen dunklere Wolken auf, der Wind frischte auf, und in Blumenstein begann es zu tropfen.
Es war Samstag. Der Bus fährt nur einmal pro Stunde – und ich hatte ihn gerade verpasst.
21 Kilometer zeigte meine Uhr bereits an. Noch einmal 45 Minuten weiterlaufen, im zunehmenden Regen? Mein Körper war müde, meine Motivation begrenzt. Also traf ich eine pragmatische Entscheidung: Autostopp.
Schon das zweite Auto hielt an. Fünf Minuten später war ich bei meiner Unterkunft in Wattenwil.
Manchmal bedeutet Pilgern nicht, jeden Schritt erzwingen zu wollen.
Manchmal bedeutet es, Hilfe anzunehmen.
Ein Tag voller Begegnungen, Sonne, Wetterwechsel – und der Erinnerung daran, dass der Weg sich immer wieder neu zeigt.




























































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