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Pilgerbericht / Col du Mont-Sion - Chaumont

  • Elsbeth Kirchhofer
  • vor 19 Stunden
  • 2 Min. Lesezeit

14.05.2026

Vom Regen getragen.


Heute führte mich der Weg vom Col du Mont-Sion über Charly, La Motte, Minzier, Marlioz und Contamine-Sarzin bis nach Chaumont.

Bereits beim Start nieselte es, dichter Nebel lag über der Landschaft. Im Laufe des Tages wechselten sich Regen und kurze trockene Abschnitte ab.

Teilweise regnete es heftig, später sogar über längere Zeit Graupel. Einer dieser Tage, an denen man irgendwann nicht mehr versucht, trocken zu bleiben – sondern einfach weitergeht.

Die Unterkunft wurde mir heute Morgen nach dem Frühstück spontan von der Rezeption organisiert. Wieder einmal zeigte sich: Auf dem Jakobsweg ergibt sich vieles unterwegs.

Völlig durchnässt erreichte ich gegen 17 Uhr die Gîte d'étape de Chaumont. Nur kurz vor mir kam auch eine Gruppe von fünf Frauen an. Und plötzlich dieser kleine Lichtblick nach einem langen Regentag: Eine von ihnen sprach Schweizerdeutsch. Ich war überglücklich.


Nach einer heissen Dusche wartete bereits die nächste Überraschung auf mich: Ich bekam sogar eine Fussmassage. Nach diesem Wetter, den nassen Schuhen und meinen schmerzenden Füssen fühlte sich das beinahe unwirklich an.


Und dann löste sich während des Abendessens plötzlich auch noch meine Sorge betreffend Weiterreise und Unterkunft fast von selbst. Zwei Freunde einer weiteren Person waren angekommen – und sie nehmen mich morgen bis nach Yenne mit.


Dadurch spare ich rund 54 Kilometer zu Fuss. Eine riesige Erleichterung. Meine neuen Herausforderungen mit Füssen und Knien bekommen so früher die nötige Erholung. Und auch das Wetter soll ab Samstag deutlich besser werden.


Heute war ein Tag voller Regen, Graupel und Durchnässung.

Und gleichzeitig ein Tag voller Hilfe, Begegnungen und unerwarteter Lösungen.


Der Jakobsweg nimmt manchmal Kraft.

Und manchmal schenkt er sie genau im richtigen Moment zurück. 🤍


 
 
 

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