Pilgerbericht Oberried am Brienzersee - Interlaken
- Elsbeth Kirchhofer
- 26. März
- 1 Min. Lesezeit
26.03.2026 / gemäss Reiseführer 12km 3h 30min
Über Nacht kam der Winter zurück.
Als ich am Morgen in Oberried am Brienzersee aus dem Fenster blickte, lag alles unter einer dicken Schneedecke und es schneite immer noch. Ein plötzlicher Kälteeinbruch hatte die Landschaft verwandelt – still, weiss, beinahe unwirklich.
Gemeinsam mit einem Mitpilger machte ich mich dennoch auf den Weg Richtung Niederried bei Interlaken. Unsere wunderbaren Gasteltern begleiteten uns ein Stück – und mehr noch: Sie stapften den verschneiten Weg für uns frei. Eine Geste, die berührt. Schritt für Schritt bahnten sie uns eine Spur durch den frischen Schnee.
Es war anstrengend. Jeder Tritt kostete Kraft. Die Beine wurden schwer, die Füsse suchten Halt unter der weissen Decke. Und gleichzeitig war es wunderschön. Die Stille des Schnees, das gedämpfte Geräusch unserer Schritte, das Gefühl, unterwegs zu sein – trotz allem.
Weiter ging es nach Ringgenberg.
Zwischendurch brach tatsächlich die Sonne durch die Wolken und es schneite teilweise gleichzeitig. Einzelne Strahlen fielen auf den See, liessen den Schnee glitzern und schenkten mir kurze Momente von Wärme – äusserlich wie innerlich. Denn schon seit einer gewissen Zeit war ich wieder alleine unterwegs.
Ich entschied mich, weiterzugehen. Bis nach Interlaken. Trotz Kälte. Trotz nasser Schuhe. Trotz müder Beine.
Als ich ankam, war da vor allem eines: Stolz. Und Dankbarkeit.
Ein Wintertag im Frühling.
Ein Weg, der fordert.
Und Menschen, die ihn leichter machen.
Zum Abendessen gingen wir dann wieder zu Zweit. Der Schneefall hatte sich beruhigt.




















































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