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Pilgerbericht / Le Puy-en-Velay - Nasbinals

  • Elsbeth Kirchhofer
  • 2. Juni
  • 2 Min. Lesezeit

02.06.2026

Heute begann der Tag etwas ungewohnt. Statt die Strecke zu Fuss zurückzulegen, fuhr ich mit dem Compostel'Bus knapp 100 Kilometer bis Les Quatre Chemins.

Dort startete ich meine heutige Etappe auf der Via Podiensis.


Zu Fuss ging es weiter über Finieyrols, Roc des Loups, Rieutort d'Aubrac und Montgros bis nach Nasbinals.

Bereits nach den ersten Kilometern wurde mir bewusst, wie sehr sich die Landschaft von jener der Via Gebennensis unterscheidet. Statt Vulkanhügeln, Wäldern und den grünen Landschaften der vergangenen Wochen prägen hier weite Hochebenen, offene Flächen und eine ganz eigene, raue Schönheit das Bild.

Auch das Wetter zeigte sich heute von einer anderen Seite. Nach den sommerlichen Temperaturen der letzten Tage waren es heute gerade noch etwa 14 Grad – also nur noch ungefähr die Hälfte von gestern.

Dazu wechselten sich Sonne, Wolken und Regenschauer immer wieder ab.


Die letzten drei Kilometer hatten es dann in sich. Der Himmel öffnete seine Schleusen und es regnete ausgiebig.


Trotzdem war ich heute deutlich entspannter als noch zu Beginn meiner Reise. Die Erfahrungen der letzten Wochen haben sich ausbezahlt. Unter meiner Regenjacke blieb ich trocken und auch meine Füsse kamen trocken in Nasbinals an.


Solche kleinen Erfolge weiss ich als Pilgerin sehr zu schätzen. 😊

Nach meiner Ankunft gönnte ich mir zuerst eine warme Dusche. Anschliessend stand nochmals Organisation auf dem Programm. Den Rest meiner Reise wollte ich möglichst gut vorbereiten.


Dabei erhielt ich einmal mehr grossartige Unterstützung von zuhause. Mein Schatz organisierte für mich den Zugtransfer am kommenden Samstag sowie die Rückreise am 11. Juni 2026.

An dieser Stelle ein ganz dickes Dankeschön! ❤️


Während ich hier unterwegs bin und Schritt für Schritt Richtung Santiago gehe, kümmert er sich zuhause um vieles, was im Hintergrund organisiert werden muss. Diese Unterstützung bedeutet mir unglaublich viel.

Zum Nachtessen ging ich ins Restaurant, wo ich meinen beiden Bettnachbarinnen vom Mehrbettzimmer zugeteilt wurde. So musste ich wenigstens nicht alleine essen und wir konnten uns bereits etwas kennenlernen.

Nach den letzten Wandertagen hatte ich richtig Hunger und gönnte mir 200 Gramm Fleisch mit Aligot.


Aligot ist eine Spezialität dieser Region und besteht aus Kartoffelstock, der mit Käse vermischt wird. Einfach, deftig und genau das Richtige nach einem Pilgertag bei Wind, Regen und kühlen Temperaturen. 😊


Heute Nacht teile ich das Zimmer erneut mit mehreren Pilgern. Ich hoffe, dass ich dieses Mal etwas schneller einschlafe als gestern.


Als ich gestern Abend ins Zimmer kam, schnarchten bereits alle – und dies nicht zu knapp. Selbst meine Oropax kamen an ihre Grenzen. 😄


Nun bin ich gespannt, was mich auf den nächsten Etappen der Via Podiensis erwartet.


Die Landschaft hat sich verändert, die Menschen verändern sich, das Wetter ebenfalls – und genau das macht diese Reise immer wieder spannend.


Gute Nacht aus Nasbinals. 🤍


 
 
 

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