Pilgerbericht Brünigpass - Oberried b. Brienz
- Elsbeth Kirchhofer
- 25. März
- 1 Min. Lesezeit
25.03.2026 / gemäss Reiseführer 17.6km 4h 10min 96m hoch 488 runter
Der Start auf dem Brünigpass war lichtdurchflutet. Sonnenschein begleitete mich auf den ersten Kilometern talwärts – ein freundlicher Beginn nach der Höhe des Passes.
Der Abstieg Richtung Brienzwiler war dennoch steil und fordernd, jeder Schritt wollte bewusst gesetzt sein.
Bis ich bei Brienz BRB am See ankam, zeigte sich der Tag noch von seiner milden Seite.
Doch dann kippte die Stimmung. Heftige Winde kamen auf, Böen erfassten den See und zerrten an Kleidung und Rucksack.
Spätestens bei der reformierten Kirche war klar: Das Wetter meint es ernst. Genau dort setzte der Regen ein – erst zaghaft, dann bestimmt.
Gut, war der Bahnhof Brienz West nicht mehr weit. Wie schon am Tag zuvor entschied ich mich für die vernünftige Variante und stieg in den Zug bis Oberried bei Brienz.
Kein Aufgeben. Sondern ein Anpassen.
In Oberried waren es nur etwa fünf Minuten bis zur Unterkunft. Der Wind war immer noch kräftig, der Regen spürbar – doch ich kam nur leicht durchnässt an.
Die heiße Dusche fühlte sich an wie ein Neuanfang. Wärme, die langsam zurück in den Körper strömt. Trockene Kleidung. Durchatmen.
Und als unerwartetes Geschenk durfte ich das Abendessen gemeinsam mit der Familie einnehmen. Nicht allein. Nicht irgendwo. Sondern am Tisch, im Gespräch, im Getragensein.
Ein Tag zwischen Sonnenschein, Sturm und Dankbarkeit.
Und die Erkenntnis: Manchmal zeigt sich die Stärke des Weges nicht im Durchhalten – sondern im klugen Weitergehen.














































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