Pilgerbericht Araules - Saint-Julien-Capteuil
- Elsbeth Kirchhofer
- 31. Mai
- 2 Min. Lesezeit
31.05.2026
Heute führte mich der Jakobsweg von Araules zunächst zum Weiler Piallevialle und weiter zum Gehöft La Banque. Dort erreichte ich mit 1276 Metern über Meer den höchsten Punkt der Via Gebennensis. Ein besonderer Moment, denn seit Genf haben mich die Wege Schritt für Schritt bis hierher geführt.
Danach ging es weiter über Raffy, Suchaillou und Queyrières.
Vorbei am Weiler Les Combes erreichte ich die Gegend von Monedeyres.
Das Wetter zeigte sich heute deutlich wechselhafter als in den vergangenen Tagen. Gleich zweimal musste ich wegen aufziehender Gewitter und Regenschauern kurz Unterschlupf suchen. Glücklicherweise zogen die Gewitter jeweils rasch weiter und ich konnte meinen Weg fortsetzen.
Kurz darauf legte ich eine Pause ein und gönnte meinen Füssen ein Bad. Inzwischen gehört das fast schon zu meinem Pilgeralltag. Die Füsse danken es mir jeweils sofort.
Anschliessend führte der Weg weiter zur Moulin de Guérin. Die Mühle stammt aus dem Jahr 1820 und war bis 1982 in Betrieb. Solche Orte erzählen Geschichten von früheren Zeiten und laden immer wieder zum kurzen Innehalten ein.
Von dort ging es weiter nach La Capuze und zum Weiler Grange, bevor ich schliesslich Saint-Julien-Chapteuil erreichte, mein heutiges Etappenziel.
In meiner Unterkunft wurde ich freundlich empfangen. Nach einer Dusche machte ich mich noch auf den Weg zur Kirche und nutzte die Gelegenheit, den Ort etwas zu erkunden.
Später versuchte ich mit Unterstützung von zuhause die weitere Planung in Angriff zu nehmen. Leider wollte es heute irgendwie nicht klappen. Für die Via Podiensis habe ich ab morgen Abend noch keine vollständige Lösung gefunden. Das beschäftigt mich etwas, denn die Erfahrung der letzten Wochen hat gezeigt, dass spontane Unterkünfte immer schwieriger zu finden sind.
Heute ist zudem ein besonderer Tag.
Zum 16. Mal jährt sich jener Tag, an dem alles begann. Der Tag, an dem wir bemerkten, dass etwas nicht so war, wie es sein sollte.
Und obwohl seither viele Jahre vergangen sind, viele Untersuchungen stattgefunden haben und wir unzählige Antworten gesucht haben, wissen wir bis heute nicht warum. Noch immer gibt es keine Diagnose.
Manche Wege führen zu einem Ziel. Andere begleiten einen ein Leben lang.
Heute, zwischen Gewitterschauern, Vulkanlandschaften und den Kilometern auf dem Jakobsweg, musste ich mehr als einmal an diesen langen Weg denken.
Vielleicht ist genau deshalb das Pilgern für mich so wertvoll geworden. Schritt für Schritt unterwegs sein, ohne auf jede Frage eine Antwort zu haben, und trotzdem weitergehen. 🤍


















































































































































































































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