Pilgerbericht / Von Lugo nach Ponferrada – zwischen Abschied und Templern
27.09.2026
Heute begann mein Tag noch einmal in Lugo. Um 07:30 Uhr klingelte der Wecker. Den grossen Rucksack liess ich zunächst im Hostel zurück – für meine letzte kleine Runde durch die Stadt wollte ich einmal ganz ohne Gepäck unterwegs sein.
Mein erster Weg führte mich zum Café del Centro an der Praza Maior. Dort gab es Tostada mit Tomate und Olivenöl, Orangensaft und einen ColaCao con leche. So gestärkt zog ich nochmals durch die Altstadt.
Ich schlenderte über die Praza Maior.
Die Praza do Campo, durch die Rúa Nova und zur Praza de Santa María. Noch einmal stand ich vor der Kathedrale Santa María und dem Bischofspalast.
Am Vorabend hatte ich in der Kathedrale bereits das überraschende Konzert erlebt, später die Messe besucht und meinen Pilgerstempel bekommen. Auch die komplette Runde auf der römischen Stadtmauer lag schon hinter mir. Trotzdem wollte ich heute Morgen noch einmal kurz hinauf. Ein letzter Blick auf Lugo, bevor es weiterging.
Danach zurück ins Hostel, Rucksack holen, letzte Kontrolle und ab zum Busbahnhof.
Um 10:30 Uhr sollte mein ALSA-Bus nach Ponferrada fahren. Er hatte Verspätung und während der Fahrt merkte ich, dass ich heute nicht richtig fit war. Ich war müde und froh, einfach sitzen zu können.
Kurz nach 12:00 Uhr erreichte ich Ponferrada. Am Taxistand beim Busbahnhof: kein Taxi. Also bestellte ich über WhatsApp eines bei Teletaxis Ponferrada. Das automatische System machte die Sache etwas umständlicher als gedacht, irgendwann war Fahrzeug 37 zugeteilt und tatsächlich kam mein Taxi.
Für 9,05 Euro ging es zur Albergue Guiana. Ich gab 10 Euro und war kurz vor 13:00 Uhr in meinem Zimmer.
Und was für ein Zimmer: ein Zweibettzimmer ganz oben im Dachgeschoss, mit zwei einzelnen Betten, Dachfenster, Fernseher, Sessel und richtig viel Platz. Nach den vielen Herbergen der vergangenen Tage fühlte sich das fast schon luxuriös an.
Vor allem konnte ich mich endlich hinlegen.
Um 14:45 Uhr klingelte wieder der Wecker. Also nochmals aufstehen und hinaus nach Ponferrada.
Zuerst brauchte ich etwas zu essen. Das war um diese Uhrzeit gar nicht so einfach, denn viele Küchen waren bereits geschlossen. Schliesslich landete ich in der Pizzería Trastevere, direkt neben dem Torre del Reloj. Eine Caprese und ein Aquarius mussten reichen.
Danach wartete eines der grossen Ziele dieses Tages auf mich: das Castillo de los Templarios.
Google Maps schickte mich zunächst auf die falsche Seite der Burg. Statt am Haupteingang stand ich vor einer Aussenmauer mit Metalltreppe. Also nochmals rundherum – und dann hatte ich den richtigen Eingang gefunden.
Die mächtige Templerburg ist beeindruckend. Mauern, Türme, Tore, Innenhöfe und Wehrgänge – ich nahm mir viel Zeit, lief durch die Anlage und genoss immer wieder die Aussicht über Ponferrada. Natürlich entstanden dabei auch wieder unzählige Fotos.
Und einen Pilgerstempel bekam ich hier ebenfalls. 🥾
Im Castillo besuchte ich ausserdem die Ausstellung „Templum Libri“. Dort sind kunstvolle Faksimiles historischer Handschriften und Bücher aus verschiedenen Jahrhunderten zu sehen. Ich ging durch die gesamte Ausstellung, auch wenn ich die einzelnen Inhalte eher überflog. Allein die Gestaltung vieler dieser alten Werke ist faszinierend.
Danach ging meine Entdeckungstour durch Ponferrada weiter.
Ich besuchte die Basílica de Nuestra Señora de la Encina, schaute mir den Innenraum und den Hauptaltar an und bekam auch hier einen Pilgerstempel.
Weiter ging es durch die Calle del Reloj, vorbei am Torre del Reloj zur Plaza del Ayuntamiento und durch die Gassen der Altstadt. Auch zum Fluss lief ich noch hinunter, um mir die Brücke anzusehen.
Damit hatte ich trotz meiner Müdigkeit ziemlich viel von Ponferrada gesehen.
Gegen 18:50 Uhr erreichte ich La Barbacana. Draussen waren alle Tische besetzt, drinnen war es dagegen beinahe leer. Ich suchte mir einen ruhigen Platz in einer Ecke.
Das Lokal war ganz anders, als ich es vorher erwartet hatte. Statt Grillrestaurant gab es eher Café-, Brunch- und Pilgerküche mit Bowls, Tostadas, Bagels und Bocadillos.
Ich entschied mich für das Menú Peregrino für 13,90 Euro. Dazu gehörten eine Bowl oder ein Salat, eine Tostada und ein Getränk.
Meine Wahl fiel auf eine Poke de Salmón mit Reis, Lachs, Edamame, Avocado, Mais, Chiasamen und einer Soja-Mango-Vinaigrette.
Eigentlich klang das genau richtig. Nur hatte ich heute kaum Appetit und schaffte die Bowl nicht vollständig.
Zum Menü gehörte noch eine Tostada. Ich überliess die Auswahl dem Kellner und bat ihn, seinen persönlichen Favoriten zu wählen. Er brachte mir Brot mit reichlich Jamón und einer orangefarbenen Sauce.
Die sah gut aus – nur essen konnte ich sie wirklich nicht mehr. Also liess ich sie gleich einpacken. Vielleicht würde ich mich morgen darüber freuen.
Im Carrefour kaufte ich noch Bananen und Aquarius für den nächsten Tag und ging anschliessend zurück in meine Unterkunft. Die Tostada kam in den Kühlschrank, Bananen und Getränk wurden bereitgelegt.
Dann war Schluss für heute.
Kein weiterer Rundgang, kein zusätzlicher Programmpunkt. Ich war müde, hatte wenig Appetit und fühlte mich insgesamt nicht richtig fit.
Heute war kein klassischer Pilgertag zu Fuss. Es war ein Übergangstag: ein letzter Morgen in Lugo, die Fahrt nach Ponferrada und dort ein Eintauchen in eine neue Stadt, ihre Templerburg und ihre Geschichte.
Morgen geht es wieder weiter. Nun auf dem Camino Invierno. 🥾🤍




Kommentare