Pilgerbericht / Saint-Chély-d'Aubrac - Conques
- Elsbeth Kirchhofer
- 4. Juni
- 2 Min. Lesezeit
04.06.2026
Heute stand kein Wandertag auf dem Programm. Von Saint-Chély-d'Aubrac reiste ich mit dem Compostel'Bus nach Conques, was 72 Pilger Kilometer entspricht.
Um 7 Uhr gab es Frühstück in der Gîte Saint André. Mitten im Frühstück bemerkte ich plötzlich, dass ich am Vorabend vor lauter E-Mails, Organisation und dem Schock über die traurige Nachricht vergessen hatte, mein Lunchpaket bis 19 Uhr zu bestellen.
Ich ging zur Rezeption, um die Situation zu erklären. Doch kaum begann ich zu sprechen, brach ich in Tränen aus.
Die letzten Stunden hatten offensichtlich mehr Spuren hinterlassen, als ich gedacht hatte.
Wir konnten die Sache jedoch in Ruhe klären und sprachen noch eine Weile über alles, was gerade zusammenkam.
Während die anderen Pilger gegen 8 Uhr ihre Etappen in Angriff nahmen, hatte ich Zeit. Mein Bus fuhr erst gegen 10 Uhr. So konnte ich gemütlich zusammenpacken und den Morgen etwas ruhiger angehen.
Als ich bezahlen wollte, wartete bereits die nächste Überraschung auf mich. Mein Lunchpaket lag bereit und die Gastgeber teilten mir mit, dass sie mich für mein Projekt einladen möchten. Nicht nur die Übernachtung, sondern auch das Waschen und Trocknen meiner Wäsche.
Eine Spende.
Mir schossen erneut die Tränen in die Augen.
Es sind solche Gesten, die mich auf dieser Reise immer wieder tief berühren.
Bei leichtem Regen machte ich mich anschliessend auf den Weg ins Dorfzentrum. Da noch etwas Zeit blieb, schaute ich mir die Pilgerbrücke, die Kirche und den Dorfplatz von Saint-Chély-d'Aubrac an.
Der Bus traf pünktlich ein. Während der rund 90-minütigen Fahrt wurde es dann allerdings alles andere als langweilig. Fehlende Reservationen, falsch gebuchte Daten und verschiedene organisatorische Überraschungen sorgten unterwegs für einiges an Gesprächsstoff.
Parallel dazu versuchte ich bereits, die nächsten Tage weiter zu organisieren und nahm Kontakt mit meiner Unterkunft auf.
Mit etwas Verspätung erreichten wir schliesslich Conques.
Kurze Zeit später konnte ich einchecken. Aufgrund der Ereignisse der letzten Tage entschied ich mich bewusst für ein Einzelzimmer statt für ein Mehrbettzimmer.
Ich hatte das Bedürfnis nach etwas Ruhe.
Nachdem ich mich eingerichtet hatte, machte ich mich auf die Suche nach einem Mittagessen. Heute durfte es ein Crêpe sein.
Anschliessend besuchte ich die berühmte Abteikirche von Conques. Dort zündete ich eine Kerze an und nahm mir einen Moment Zeit für meine Gedanken. Auch die kleine Kapelle neben der Kirche schaute ich mir noch an.
Den Rest dieses wunderschönen Dorfes werde ich morgen erkunden – vorausgesetzt, das Wetter spielt mit. Heute regnet es permanent, und die engen Gassen und alten Häuser haben es verdient, bei besserem Licht fotografiert zu werden.
Ihr dürft euch darauf freuen. 😊
Auf dem Rückweg kaufte ich mir noch ein Ticket für das heutige Konzert in der Kirche.
Nach der letzten Messe findet zudem jeweils der Pilgersegen statt. Ich bin gespannt, wie das sein wird.
Manchmal führt der Jakobsweg nicht über viele Kilometer.
Manchmal führt er mitten durch die eigenen Gedanken.
Und genau so ein Tag war heute. 🤍






































































































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