top of page

Pilgerbericht / Nebelmeer, stille Wege und die Vorfreude auf die Königsetappe

Elsbeth
vor 9 Stunden
3 Min. Lesezeit

23.09.2026


Der Wecker klingelte um 06:15 Uhr. Doch bis kurz vor 07:00 Uhr blieb ich noch liegen, bevor ich mich endgültig aufraffte.


Um 07:30 Uhr ging es mit gepacktem Rucksack zum Frühstück neben der Herberge. Danach wartete bereits mein Taxi, das mich um 08:00 Uhr von Tineo bis zum Kloster Obona brachte.


Eigentlich hätte ich das Nebelmeer auf dieser Strecke gerne selbst fotografiert. Da ich allerdings mit dem Taxi gefahren bin, bekam ich diesen besonderen Anblick später von Andreas per WhatsApp geschickt. Er war wieder unterwegs und konnte dieses schöne Schauspiel festhalten.



Beim Kloster Obona begann dann meine heutige Wanderung zu Fuss.



Direkt nach dem Kloster war ich kurz unsicher, ob ich wirklich auf dem richtigen Weg war – teilweise sah es eher aus wie ein kleines Bächlein als ein Wanderweg. Doch weiter ging es auf dem Camino Primitivo.



Der Tag zeigte sich von seiner schönsten Seite: trocken, am Anfang noch mit Nebel, danach mit viel Sonne. Die Wege waren heute deutlich trockener als an den vergangenen Tagen. Viele Abschnitte führten über Strassen, zwischendurch ging es auch immer wieder durch schöne Waldstücke und einmal mehr bergauf:-)



Unterwegs entdeckte ich wieder viele kleine Orte und historische Wegpunkte.


In Villaluz kam ich an einem kleinen Waschplatz mit Quelle vorbei. Auch die Ermita del Cristo del Socorro gehört zu diesem kleinen Ort.



Weiter führte der Weg über Vega de Rey, Berrugoso, Las Tiendas und Campiello. Manche dieser Orte bestehen nur aus wenigen Häusern und zeigen die ruhige, ländliche Seite Asturiens.



In Borres angekommen, erreichte ich einen bekannten Punkt am Camino Primitivo: Von hier startet für viele Pilger der Hospitales-Weg.



Auch danach begleiteten mich wieder kleine Kirchen, Kapellen und Spuren der alten asturischen Landschaft auf meinem Weg Richtung Colinas de Arriba.


Etwa 500 Meter vor meiner Unterkunft führte der Weg über eine kleine Holzbrücke. Am Wegesrand entdeckte ich eine stille Gedenkstelle für José Pérez Latorre aus dem Jahr 2022.



Wieder einer dieser besonderen Momente am Camino, die zeigen, wie persönlich und berührend dieser Weg sein kann.


Auch die Begegnungen machen diesen Weg besonders.


Beim Frühstück kam Steff an meinen Tisch dazu. Da er Spanisch spricht, konnte er für mich bestellen. Schon am Vorabend hatten wir ein paar Worte gewechselt. Es war schön, wieder einmal Deutsch sprechen zu können. Er kommt aus Deutschland und lebte längere Zeit in der Schweiz.


Andreas aus Griechenland treffe ich seit der zweiten Etappe nach Oviedo immer wieder unterwegs. Er läuft meistens schnell an mir vorbei, macht danach wieder Pause und so sehen wir uns über den Tag verteilt immer wieder. Die Fotos vom Nebelmeer durfte ich von ihm bekommen.


Später kam auch die mexikanische Gruppe in der Herberge an. Sie schlafen in einem anderen Zimmer, deshalb blieb es bei einem kurzen „Hallo, wie geht’s?“.


Ein schöner Nachtrag von gestern: Das polnische Paar, das mir unterwegs Trauben angeboten hatte, traf ich nochmals. Wir fragten gegenseitig, wie es uns geht. Ich erzählte, dass es wieder besser geht. Sie meinte sogar, sie würde ihre Schokolade mit mir teilen, falls ich einen Energieschub brauche. Zum Start brauchte ich sie allerdings noch nicht. Sie erkannte mich auch wieder als die Pilgerin, die unterwegs immer viele Fotos macht.


In Colinas de Arriba angekommen, bezog ich meine Unterkunft, duschte und kümmerte mich um Knie und Füsse.



Zum Mittagessen gab es Brot mit Jamón, Tomatenpaste und Olivenöl vom Frühstück, dazu Panaché und Oliven von der Unterkunft.



Am Abend gibt es um 19:00 Uhr Essen.


Heute geht es einmal früher ins Bett, denn morgen wartet die Königsetappe: die grosse Bergetappe auf dem Camino Primitivo.

 
 
 

Kommentare


bottom of page