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Pilgerbericht / Navarrenx - Aroue (Arüe)

  • Elsbeth Kirchhofer
  • 7. Juni
  • 2 Min. Lesezeit

07.06.2026

Heute führte mich der Jakobsweg von Navarrenx über Castetnau-Camblong zur Pont de Camblong.

Von dort ging es weiter zum Weiler Lacorne und zu einem ersten Rastplatz am Bach Apaure. Das sanfte Plätschern des Wassers und die Ruhe der Natur luden geradezu zu einer kurzen Pause ein.


Unterwegs überquerte ich heute mehrere kleine Bäche und Wasserläufe. Wasser begleitete mich praktisch den ganzen Tag.

Wenig später erreichte ich den Fluss Saison, wo ich meinen Füssen eine wohlverdiente Abkühlung gönnte. Heute war ich dort allerdings nicht alleine. Offenbar hatten auch andere Pilger die gleiche Idee. 😊


Ein besonderer Moment des Tages war das Erreichen des Baskenlandes.


Ab hier tragen die Wegweiser und Ortsschilder zwei Namen – einen französischen und einen baskischen. Die Region hat sofort ihren ganz eigenen Charakter. Es fühlt sich an, als würde ein neuer Abschnitt meiner Reise beginnen.

Anschliessend führte mich der Weg weiter nach Lichos.

Dort entschied ich mich für die alternative Route und bog nach rechts ab, statt der ursprünglichen GR65 zu folgen.

So kam ich am Hof Bohteguia vorbei und erreichte schliesslich Aroue – oder auf Baskisch: Arüe.


Die Landschaft zeigte sich heute wieder von ihrer schönsten Seite. Grüne Hügel, kleine Höfe, zahlreiche Bäche und immer wieder herrliche Ausblicke machten die Etappe sehr abwechslungsreich.

Mein heutiges Ziel war die Gîte Communale in Aroue.


Dort wurde ich äusserst herzlich empfangen. Der Gastgeber nahm sich Zeit für die Pilger und interessierte sich auch für mein Projekt. Meinen Flyer durfte ich aufhängen, und er hat nun einen Platz am Kühlschrank gefunden.


Mein Zimmer teile ich heute mit zwei Mitpilgerinnen.


Nach einer erfrischenden Dusche konnte ich sogar noch meine Tageswäsche waschen lassen.


Wenig später überraschte mich der Gastgeber erneut.


Nachdem er sich mein Projekt angeschaut hatte, drückte er mir Geld in die Hand und erklärte, dass ich nicht den vollen Preis bezahlen müsse.


Solche Gesten berühren mich jedes Mal aufs Neue.

Später besichtigte ich die Kirche des Dorfes.

Dabei entdeckte ich etwas Besonderes: Das Motiv des Pilgerstempels stammt von einem Türrahmenbild im Inneren der Kirche. Es war schön, das Original dazu zu sehen.

Zurück in der Gîte gönnte ich mir einen Apéro mit Chips.


Dabei kam ich mit einem Mitpilger ins Gespräch. Es stellte sich heraus, dass er aus den Niederlanden stammt und Deutsch spricht – als Einziger unter den vielen Pilgern, die heute hier übernachten.


Natürlich kamen wir auch auf den Flyer am Kühlschrank zu sprechen.


Und plötzlich hielt er mir ebenfalls Geld für mein Projekt hin.


Ich war einmal mehr sprachlos.


Es sind nicht nur die Spenden selbst, die mich berühren. Es ist das Interesse, das Vertrauen und die Wertschätzung, die dahinterstehen.


Später erklärte uns der Gastgeber noch die morgige Route und den weiteren Ablauf des abends und morgens.


Ab 19.30 Uhr können die vorbei gebrachten Mahlzeiten, welche wir bestellen mussten, aufgewärmt werden, und danach wird der Pilgerabend langsam ausklingen.


Heute war ein Tag voller Wasser, schöner Landschaften, neuer Regionen und unerwarteter Herzlichkeit.


Heute stehen 20 Kilometer auf der Uhr und rund 300 Höhenmeter rauf und runter.


Und mit jedem Schritt durch das Baskenland wächst die Vorfreude auf die letzten Kilometer Richtung Santiago. 🤍


 
 
 

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