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Pilgerbericht / Mal ufä, mal abe – Schritt für Schritt nach Salas

Elsbeth
vor 11 Minuten
3 Min. Lesezeit

21.09.2026


Der Wecker klingelte heute bereits um 06:15 Uhr. Um 07:00 Uhr stand ich auf, um 08:00 Uhr gab es Frühstück in der Herberge und um 08:30 Uhr war ich unterwegs.



Der Morgen begann noch im Nebel. Schon bald setzte sich die Sonne durch und begleitete mich danach den ganzen Tag.



Noch in Grado kam ich an der Fuente de Arriba vorbei, einem historischen Brunnen, der laut Hinweistafel 1796 zur Zeit von Carlos IV. erbaut wurde und früher eine wichtige Wasserquelle für die Bevölkerung war. Auch das Cruz del Camino de Santiago lag an meinem Weg. An diesem Steinkreuz sollen früher die Pilger auf ihrem Weg nach Santiago gebetet haben.



Dann ging es hinaus aus Grado und hinein in einen Tag, für den mir irgendwann nur noch ein Lied in den Sinn kam:


„Es Burebüebli mag i nid … mal ufä, mal abe, mal links, mal rechts, mal ufä, mal abe …“


Genau so fühlte sich mein Camino heute an. 😄 Ständig ging es irgendwo hinauf, wieder hinunter, nach links und nach rechts. Viele Abschnitte führten erneut über Strassen. Wenn der Camino auf Waldpfade wechselte, waren diese meist feucht und teilweise ziemlich rutschig.



Unterwegs begegneten mir immer wieder die typischen asturischen Hórreos und Paneras. Diese erhöhten Vorratsspeicher aus Holz stehen auf Stützen, damit Getreide und andere Lebensmittel trocken und möglichst sicher vor Mäusen und Ratten gelagert werden konnten. Die grossen Dachüberstände schützen zusätzlich vor dem vielen Regen dieser Region.



Am Alto del Fresno entdeckte ich eine Gedenktafel für den Pilger Francisco Javier Santamaría Ramiro. Er starb im Juli 2018 ganz in der Nähe des Santuario del Fresno während seines Caminos. Seine Familie erinnert dort mit berührenden Worten daran, dass er auf seinem Weg „bei Ihm angekommen“ sei. Ein stiller Moment, der mich kurz innehalten liess.



Weiter führte mich der Camino durch kleine Ortschaften wie San Marcelo und Doriga. Dort sah ich die Kirche Santa Eulalia. Später kam ich zur Puente de la Meredal, einer Brücke aus dem 17.–18. Jahrhundert, und zur Pasarela de la Meredal, die laut Hinweistafel 2003 wiederhergestellt wurde.



Irgendwann erreichte ich Cornellana mit dem Kloster San Salvador. Wieder ein markanter Punkt auf dem Camino Primitivo, bevor es weiter Richtung Salas ging.



Bei Llamas entdeckte ich einen Wegweiser zur nur 30 Meter entfernten Capilla de Nuestra Señora de los Dolores. Auf dem Schild stand auch die Zahl, die mich daran erinnerte, wie viel Weg noch vor mir liegt: 258 Kilometer bis Santiago.



Weiter ging es zur Iglesia de Santiago de Villazón. Der ursprüngliche Bau stammt laut Infotafel aus dem Mittelalter, später wurde die Kirche umgebaut und 2013 vollständig restauriert. Direkt dort befindet sich auch die Fuente de Santiago, die früher öffentlicher Waschplatz und Treffpunkt der Bevölkerung war und zugleich Pilgern als Rastplatz diente.



Quintana und Casazorrina folgten. Auch die Puente de Casazorrina aus dem 17.–18. Jahrhundert und die 2004 restaurierte Pasarela de la Debesa lagen noch an meinem Weg.



Ab ungefähr Kilometer 17 wurde aus dem Wandern langsam ein Kampf. Meine Füsse hatten inzwischen definitiv genug von „mal ufä, mal abe“. Ich machte eine Pause, ass einen Apfel und trank etwas.


Rund 500 Meter später stand dann mitten im Wald plötzlich meine kleine Rettung: ein Café in einem umgebauten VW-Bus! 😄



Damit hatte ich nun wirklich nicht gerechnet. Ich machte nochmals kurz Pause und kaufte mir ein Bananenbrot. Genau das konnte ich in diesem Moment brauchen. Solche kleinen Überraschungen am Weg sind manchmal Gold wert.



Danach hiess es nochmals: weiter Richtung Salas.



Als ich schliesslich ankam, zeigte meine Uhr etwas mehr als 23 Kilometer an. Dazu rund 705 Höhenmeter bergauf und etwa 540 Höhenmeter bergab. Kein Wunder fühlten sich meine Füsse entsprechend an.


In der Herberge wartete dafür eine kleine Belohnung auf mich: Ich ergatterte tatsächlich das letzte noch freie untere Bett. 😊 Danach Wäsche waschen, Tumbler laufen lassen.


Am Abend ass ich in der Herberge.



Ruhig blieb es allerdings nicht lange. Plötzlich gab es Aufregung: Ein Pilger war von der Leiter eines Hochbetts gefallen. Zum Glück nur vom ersten Tritt, trotzdem blutete er stark und ein Arzt musste kommen.


Was für ein langer Tag. Viele kleine Details fotografiert.



Mehr als 23 Kilometer, unzählige Male hinauf und hinunter, Nebel, Sonne, feuchte Waldwege, Kirchen, alte Brücken, kleine Entdeckungen und mitten im Wald ein VW-Bus mit Bananenbrot.


Heute wirklich ganz nach dem Motto:


„Mal ufä, mal abe, mal links, mal rechts …“ 😄🥾


Jetzt bin ich einfach froh, in Salas angekommen zu sein. 🤍



 
 
 

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