Pilgerbericht / Decazeville - Navarrenx
- Elsbeth Kirchhofer
- 6. Juni
- 2 Min. Lesezeit
06.06.2026
Heute war wieder einmal ein Reisetag.
Bereits beim Frühstück gab es einen schönen Moment. Die Gastgeberin zeigte mir den Artikel über Janik und mich und stellte ihn anschliessend in eine Pilger-Facebook-Gruppe. Es berührt mich immer wieder, wie viele Menschen mein Projekt unterstützen und helfen, die Geschichte weiterzutragen.
Ein weiteres grosses Geschenk erhielt ich kurz darauf. Mein Gastgeber fuhr mich zum Bahnhof. Zu Fuss hätte ich für diese Strecke rund zwei Stunden benötigt. So konnte ich entspannt und pünktlich meine lange Reise antreten.
Von Decazeville fuhr ich zunächst mit dem Zug nach Rodez. Dort musste ich umsteigen, bevor die Reise weiter nach Toulouse Matabiau führte. Nach einem weiteren Umstieg ging es schliesslich bis nach Orthez.
Dort wurde ich vom Fahrer meiner Unterkunft abgeholt.
Gemeinsam fuhren wir noch rund 25 Kilometer bis nach Navarrenx.
Nach der Ankunft erhielt ich eine kurze Einführung und bezog mein Zimmer, das ich mit zwei weiteren Pilgerinnen teile.
Bis zum Abendessen blieb noch etwas Zeit. Da es ab hier auf dem weiteren Weg kaum mehr Einkaufsmöglichkeiten gibt, machte ich mich noch auf den Weg in einen Laden, um einige Vorräte einzukaufen.
Anschliessend nahm ich an einem Begrüssungstreffen teil und besuchte die Messe.
Danach reichte die Zeit gerade noch für einige Fotos der Umgebung.
Navarrenx gefällt mir auf den ersten Blick sehr gut und ich freue mich darauf, morgen noch mehr davon zu entdecken.
Um 19.30 Uhr wurde das Abendessen serviert.
Es war ausgesprochen fein und bot eine wunderbare Gelegenheit, die anderen Pilger kennenzulernen.
Bis auf einen Pilger aus Deutschland, der heute in Irland lebt, sprachen allerdings alle Französisch. Entsprechend wurde für mich fleissig übersetzt und ich übte mich einmal mehr in Französisch, Englisch und Händen und Füssen. 😊
Während des Abends erzählte der Gastgeber den anderen Gästen auch von meinem Projekt. Der ausgedruckte Flyer konnte anschliessend am Tisch zirkulieren, sodass alle Interessierten einen Blick darauf werfen konnten.
Nach dem Essen erhielt jeder seinen Pilgerstempel. Gleichzeitig bestand die Möglichkeit, eine freiwillige Spende für die Unterkunft zu hinterlassen.
In diesem Moment kamen drei Personen auf mich zu und drückten mir Bargeld für Janik und mein Projekt in die Hand.
Ich war sprachlos.
Natürlich bedankte ich mich herzlich.
Solche Begegnungen zeigen mir immer wieder, wie viel Wohlwollen, Interesse und Unterstützung mir auf dieser Reise entgegengebracht werden.
Mit den heutigen sieben Stunden Zugfahrt habe ich übrigens rund 457,9 Kilometer des Jakobsweges übersprungen.
Gemäss meinem Reiseführer entspricht das ungefähr 22 Etappen – einige davon mit Tagesstrecken von deutlich über 30 Kilometern.
Für viele Pilger wäre das ein grosser Teil ihres Weges.
Für mich war dieser Entscheid wichtig und richtig. So kann ich die verbleibende Zeit optimal nutzen und trotzdem noch viele Kilometer zu Fuss unterwegs sein.
Heute habe ich zwar keinen Schritt auf dem Jakobsweg gemacht.
Und trotzdem war es ein Tag voller Begegnungen, Unterstützung und Dankbarkeit.
Manchmal bringt einen der Weg auch im Sitzen ein gutes Stück weiter. 🤍




















































































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