Pilgerbericht / Conques - Decazeville
- Elsbeth Kirchhofer
- 6. Juni
- 2 Min. Lesezeit
05.06.2026
Heute Morgen zeigte sich Conques endlich von seiner schönsten Seite. Bei trockenem Wetter und Sonnenschein machte ich mich zunächst auf den Weg durch die engen Gassen, um dieses wunderschöne Dorf zu fotografieren.
Nach dem Regen vom Vortag wirkte alles noch einmal besonderer. Die alten Steinhäuser, die kleinen Plätze und natürlich die imposante Abteikirche präsentierten sich im besten Licht.
Allerdings bemerkte ich bei der Kirche plötzlich, dass ich meine Wanderstöcke in der Unterkunft vergessen hatte.
Also hiess es umkehren.
Als ich später die Porte du Barry passierte, hatte ich bereits einen zusätzlichen Kilometer auf der Uhr, bevor die eigentliche Etappe überhaupt richtig begonnen hatte. 😅
Von Conques führte mich der Weg zunächst vorbei an der Chapelle Saint-Roch und weiter hinunter zur Pilgerbrücke Pont des Roumieux aus dem Jahr 1414. Die historische Brücke gehört heute zum UNESCO-Weltkulturerbe und ist ein beeindruckendes Zeugnis der langen Pilgergeschichte dieser Region.
Ab dort begann der anstrengende Teil des Tages.
Der Weg führte steil bergauf zur Chapelle Sainte-Foy. Die Höhenmeter machten sich schnell bemerkbar, wurden jedoch mit herrlichen Ausblicken auf die umliegende Landschaft belohnt.
Der Aufstieg war noch nicht zu Ende.
Anschliessend folgte ich der rund 2,5 Kilometer kürzeren Route Richtung Noailhac und weiter zur Chapelle Saint-Roch.
Danach ging es vorbei am Weiler Fonteilles, dem Hof Granges und dem kleinen Weiler La Combe.
Die Landschaft war heute wieder wunderschön. Weite Ausblicke wechselten sich mit Waldstücken ab, und unterwegs entdeckte ich sogar einen bewaldeten Vulkankegel.
Immer wieder staune ich darüber, wie abwechslungsreich die Landschaften entlang des Jakobsweges sind.
Später führte der Weg am grossen Rastplatz Vivioles vorbei und durch den gleichnamigen Weiler hindurch.
Schon bald darauf tauchten die ersten Häuser von Decazeville vor mir auf.
Doch angekommen war ich noch lange nicht.
Meine Unterkunft lag weitere rund 2,5 Kilometer entfernt – und natürlich nochmals den Hang hinauf.
Am Ende standen über 22 Kilometer sowie mehr als 700 Höhenmeter Auf- und Abstieg auf meiner Uhr.
Entsprechend gross war die Freude über die Belohnung, die am Ziel auf mich wartete.
Auf meinen Wunsch hin wurde extra für mich der Pool geöffnet.
Da bereits zwei weitere Pilger im Haus untergebracht waren, durfte ich alleine im Poolhaus mit eigener Dusche und eigener Toilette übernachten.
Nach der heutigen Anstrengung fühlte sich das fast wie Luxus an. 😊
Auch das Abendessen liess keine Wünsche offen. Es gab Farçous mit Salat als Vorspeise, danach Lasagne und zum Dessert eine Tarte mit Glacé.
Mindestens genauso schön wie das Essen waren die Gespräche.
Sowohl die Gastgeber als auch das andere Pilgerpaar interessierten sich sehr für mein Projekt und die Geschichte dahinter. Es entstanden herzliche und spannende Gespräche, die einmal mehr zeigten, wie offen und interessiert die Menschen entlang des Jakobsweges sind.
Als besondere Überraschung erhielt ich am Schluss sogar noch einen kleinen Rabatt auf den Gesamtpreis.
Dazu die fantastische Aussicht, die Ruhe und die Herzlichkeit meiner Gastgeber.
So endete ein langer und anstrengender Pilgertag mit einem Gefühl tiefer Dankbarkeit.
































































































































































































































































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