Pilgerbericht / Abschied vom Camino Primitivo
26.09.2026
Der heutige Morgen hätte kaum schöner beginnen können. Über der Landschaft lag ein wunderschönes Nebelmeer und für einen Moment war einfach nur Staunen angesagt.
Dann machte ich mich auf meinen letzten Weg auf dem Camino Primitivo.
Unterwegs kam ich an der Ermita de San Lázaro de Padraira vorbei und später an der Iglesia de Santa María Magdalena de Peñafonte, die 1605 erbaut wurde. Wieder waren es diese kleinen Kirchen, Kapellen und Camino-Orte, die mich seit Tagen begleiteten und dem Weg seinen ganz eigenen Charakter gaben.
Heute lag allerdings noch etwas anderes in der Luft.
Nach und nach verabschiedete ich mich von all den Pilgern, die ich auf dem Camino Primitivo kennengelernt hatte.
Einer nach dem anderen kam früher oder später an mir vorbei. Menschen, denen ich während der vergangenen Tage immer wieder begegnet war. Mal hatten wir nur ein paar Worte gewechselt, mal miteinander gegessen, uns gegenseitig geholfen oder uns einfach immer wieder auf dem Weg gesehen.
Heute hiess es plötzlich Abschied nehmen.
Es entstanden nochmals kurze Gespräche, ein letztes „Buen Camino“ und teilweise gab ich auch den QR-Code zu meinem Projekt weiter.
Schon erstaunlich, wie auf dem Camino innerhalb weniger Tage eine kleine Gemeinschaft entstehen kann. Jeder läuft seinen eigenen Weg und in seinem eigenen Tempo – trotzdem begegnet man sich immer wieder.
Heute gingen unsere Wege auseinander.
Auch landschaftlich und geografisch markierte dieser Tag einen Übergang: Am Camino-Stein überquerte ich die Grenze von Asturias nach Galicia.
Wieder eine Region geschafft. Wieder ein Stück näher an Santiago.
Bei A Casa do Acebo gönnte ich mir eine Pause mit Bocadillo und Cola, bevor es weiter Richtung A Fonsagrada ging.
Nach rund 21 Kilometern auf der Uhr erreichte ich schliesslich mein heutiges Pilgerziel.
In A Fonsagrada schaute ich mir die Kirche Santa María an und ass bei der Kirche mein Sandwich. Im Café gegenüber holte ich mir noch einen Pilgerstempel.
Dann hiess es endgültig Abschied nehmen vom heutigen Camino.
Um 16:30 Uhr fuhr ich mit dem Taxi nach Lugo.
Dort bezog ich mein Zimmer im Four Rooms Hostel und nach der Dusche hätte ich eigentlich allen Grund gehabt, einfach liegen zu bleiben.
Doch dafür war ich nun einmal in Lugo. 😊
Also nochmals los.
Mein Weg führte mich zur Kathedrale Santa María – und dort wartete gleich die nächste Überraschung auf mich: In der Kathedrale fand ein Konzert statt.
Damit hatte ich überhaupt nicht gerechnet.
Danach nahm ich mir noch etwas vor, das nach diesem langen Pilgertag vielleicht nicht unbedingt nötig gewesen wäre: Ich umrundete die komplette römische Stadtmauer von Lugo (2km) und machte natürlich wieder viele Fotos.
Müde Beine hin oder her – diese besondere Stadt wollte ich erleben.
Um 20:00 Uhr besuchte ich die Messe in der Kathedrale und bekam danach noch meinen Pilgerstempel.
Später ging es zum Essen in die Altstadt und in die Tapas-Zone.
Was für ein Tag.
Er begann ganz ruhig über einem wunderschönen Nebelmeer und wurde unterwegs immer mehr zu einem Abschiedstag.
Abschied von Asturias.
Abschied vom Camino Primitivo.
Und vor allem Abschied von vielen Menschen, die während der vergangenen Tage ein Stück meines Weges begleitet haben.
Am Abend schenkte mir Lugo dann noch einmal ein ganz anderes Programm: Kathedrale, ein überraschendes Konzert, die römische Stadtmauer, Messe und Pilgerstempel.
Heute war nicht einfach nur eine weitere Etappe.
Heute ging ein eigenes kleines Kapitel meines Camino zu Ende. 🥾🤍




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