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Zwischen Pilgern, Reisen und Ankommen

Elsbeth
8. Sept.
3 Min. Lesezeit

08.09.2026


Heute Morgen klingelte der Wecker früh. Sehr früh. Um 06.16 Uhr fuhr mein Zug am Gare Saint-Jean in Bordeaux ab – praktischerweise lag mein Hotel direkt gegenüber dem Bahnhof.



Nach dem gestrigen langen Reisetag war die Nacht nicht ganz so erholsam verlaufen, wie ich es mir gewünscht hätte. Umso wichtiger war es heute Morgen, einfach Schritt für Schritt in diesen neuen Tag zu starten.


Mein erstes Ziel war Bayonne. Dort hatte ich 19 Minuten Zeit zum Umsteigen in den Zug nach Saint-Jean-Pied-de-Port.



Und plötzlich war Schluss mit dem komfortablen Reisen der letzten beiden Tage. 😄


Der Zug nach Saint-Jean-Pied-de-Port war eher ein Minizug – für gefühlt viel zu viele Reisende. Dazu war die Toilette am Bahnhof wegen Bauarbeiten geschlossen. Im Zug sass neben mir ein Jugendlicher, der sich ziemlich grosszügig ausbreitete, die Armlehne für sich beanspruchte und intensiv nach Zigaretten roch.


Naja. Es war ja nur gut eine Stunde. 😉


Und dann kam ich dort an, wo im Juni mein Frankreich-Abschnitt geendet hatte: Saint-Jean-Pied-de-Port.



Diesmal war der Ort allerdings kein Ziel, sondern ein Übergang.


Ich hatte bis zur Weiterfahrt noch etwas Zeit und wollte nicht einfach nur vom Zug in den Bus steigen. Noch einmal durch dieses wunderschöne kleine Pilgerstädtchen gehen, ein paar Fotos machen und vor allem einen Pilgerstempel für den Beginn dieses nächsten Abschnitts holen – das gehörte für mich einfach dazu.



Überall Rucksäcke, Wanderschuhe und Jakobsmuscheln. Menschen, die hier gerade etwas beginnen, auf das sie vielleicht schon lange gewartet haben.



Auch für mich beginnt etwas Neues. Nur anders.


Ich bin nicht hier, um den klassischen Camino Francés von Saint-Jean-Pied-de-Port aus komplett zu Fuss zu gehen. Mein eigener Weg führt mich in den kommenden Wochen durch Spanien – Schritt für Schritt, manchmal auch mit Bus oder Zug, über verschiedene Caminos bis Santiago de Compostela und danach weiter ans Kap Finisterre.



Um 11.45 Uhr ging es mit dem Bus weiter nach Pamplona. Eine Toilette gab es im Bus nicht und auch eine Pause war nicht vorgesehen. Wieder eine dieser kleinen Informationen, die unterwegs plötzlich ziemlich wichtig werden können. 😅



Und dann: Spanien. 🇪🇸


Pamplona.



Nach dem Einchecken in meiner Unterkunft hiess es zuerst: duschen und frische Kleider anziehen. Gegen 15.15 Uhr war ich wieder bereit, Pamplona zu entdecken.


Zuerst führte mich mein Weg zur Kathedrale.




Danach ging es zum Rincón del Caballo Blanco mit der alten Stadtmauer.



Von dort stellte ich mir mit Google Maps meine weitere Runde durch die Altstadt zusammen: durch das Portal de Francia, über die Calle de Santo Domingo, vorbei am Rathaus und weiter zur Kirche San Saturnino.



So liess ich mich Stück für Stück durch Pamplona führen – und natürlich entstanden dabei entsprechend viele Fotos. Sehr viele Fotos. 😉


Danach ging es weiter Richtung Busbahnhof, denn dort wollte ich den Umzug mit den Gigantes y Cabezudos sehen.



Statt nur kurz zuzuschauen, war ich am Ende rund eineinhalb Stunden mit ihnen unterwegs.



Die Route führte unter anderem am Monumento al Encierro, dem Stierlauf-Denkmal, vorbei.



Danach ging es mit dem Umzug weiter durch verschiedene Strassen der Innenstadt.



So wurde aus einem geplanten Programmpunkt ein richtig lebendiger Teil meines ersten Nachmittags in Pamplona.


Zwischendurch meldete sich Axel per WhatsApp. Wir hatten uns auf meinem Schweizer Jakobsweg in Stans kennengelernt und waren damals gemeinsam bis Freiburg unterwegs gewesen. Er selbst pilgerte von März bis Juni 2026 von München bis Santiago und empfahl mir für Pamplona das Café Iruña an der Plaza del Castillo – nicht zuletzt wegen seiner Verbindung zu Ernest Hemingway.


Also änderte ich meinen Plan und machte genau dort Halt.



Nach dem langen Tag war Essen inzwischen ohnehin eine ziemlich gute Idee. Es gab Pintxos, vier knusprige Crevetten und einen Burrata-Salat.



Und weil ich inzwischen offenbar automatisch überall an meinen Pilgerpass denke, fragte ich natürlich auch nach einem Pilgerstempel.


Nein. Den gab es dort nicht. 😄


Irgendwann war allerdings auch klar: Für heute reicht es.


Ich hätte noch weiter durch Pamplona ziehen können. Doch morgen beginnt der Teil dieser Reise, auf den ich mich seit Monaten vorbereitet habe.


Morgen gehe ich wieder zu Fuss.


Nach zwei Anreisetagen, Flugzeugen, Flughäfen, Lounges, Zügen, einem Minizug und einem Bus wird aus dem Reisen wieder Pilgern.


Der Rucksack ist bereit.


Und ich auch.


Schritt für Schritt beWEGen. 🥾🤍

 
 
 

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