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Pilgerbericht / Regen, Zug und kleine Camino-Momente auf dem Weg nach Bilbao

Elsbeth
vor 13 Stunden
4 Min. Lesezeit

16.09.2026


Nach einer guten Nacht startete ich heute kurz nach 08:00 Uhr. Früher loszugehen wäre ohne Stirnlampe noch zu dunkel gewesen.


Mein rechter Fuss hält zum Glück weiterhin gut. Gestern Abend und heute Morgen bekam ich nochmals Voltaren-Gel und konnte so gut vorbereitet in den Tag starten. Katja aus Deutschland hat von mir im Gegenzug Arnica-Globuli bekommen. Sie war gestern gestürzt. Ich hoffe, sie helfen ihr ein wenig.


Nur etwa 100 Meter nach meiner Unterkunft entdeckte ich die kleine Ermita de San Esteban und machte ein Foto.



Unterwegs fielen mir wieder die vielen hohen Eukalyptusbäume auf. Der Duft im Wald war ganz speziell: frisch, ätherisch, leicht menthol- und kampferartig. Gerade bei der feuchten Morgenluft war das ein wunderschönes Erlebnis.



Die Wetterlage war am Vormittag bedeckt. Nach ungefähr einer Stunde änderte sich das Wetter. Zuerst begann es zu nieseln, später wurde daraus starker Regen. Da es angenehm warm war, zog ich nur meinen Regenponcho über mich und den Rucksack.



Kurz vor 11:00 Uhr erreichte ich Goikolexea. Beim Vorbeigehen fotografierte ich die Iglesia de San Emeterio y San Celedonio. Die Kirche war verschlossen.



Kurz vor 11:30 Uhr kam ich in Larrabetzu an. Der Regen hatte etwa zehn Minuten vorher aufgehört. Ich ass ein Brötli, holte meinen Pilgerstempel und fotografierte noch die Kirche Santa María sowie eine schöne Gasse im Ort.



Danach ging es weiter. Heute verlief vieles der Strecke direkt auf der Strasse oder auf dem Trottoir entlang der Strasse. Kurz vor Lezama überlegte ich, ob ich einen Abschnitt mit Bus oder Zug überbrücken sollte.



Ich entschied mich, diesen Teil nicht komplett zu laufen, da ich meine Füsse schonen wollte und der Abschnitt weniger meinem Camino-Gefühl entsprach.


Auf dem Weg zur Station holte ich in einer Cafeteria noch einen weiteren Pilgerstempel. Danach ging ich noch zu einer Kirche und fotografierte sie. Dort traf ich drei Pilger, darunter wieder die Rumänin. Sie fragte, ob alles gut sei, und ich erzählte ihr, dass ich heute ein Stück mit dem Zug überbrücke.


Die Kirche war ebenfalls geschlossen. Ich bekam den Hinweis, dass ich meinen Namen notieren könne, damit dort für uns gebetet wird.



Unterwegs fotografierte ich ausserdem mehrere schöne Landhäuser.



Dann sass ich im Zug Richtung Bilbao. Draussen regnete es inzwischen in Strömen. Ich war sehr froh, gerade diesen Abschnitt mit dem Zug zu überbrücken.



Im Zug ass ich den Toast von der Unterkunft und die Babybel-Käsli. Heute Morgen hatte ich festgestellt, dass offenbar ein Babybel verschwunden oder „stibitzt“ worden war. Ich hoffe, die Person hatte Freude daran und es hat geschmeckt. 😉



Kurz nach dem Einsteigen kam ein Sicherheitsmitarbeiter durch den Zug. Er machte mich darauf aufmerksam, dass Essen im Zug nicht erlaubt ist. Ich entschuldigte mich und sagte, dass ich das Schild nicht gesehen hatte und natürlich sofort Platz machen würde, falls jemand den Sitz braucht.


Genau das passierte dann später. Mit einem Augenzwinkern dachte ich mir: Natürlich hatte ich vorher noch fertig gegessen, nachdem der Sicherheitsmitarbeiter ausgestiegen war. 😄


In Zurbaranbarri stieg ich aus. Erst später bemerkte ich, dass meine Uhr beim Einsteigen in den Zug weitergelaufen war. Dadurch wurden statt ungefähr 14 km rund 17 km aufgezeichnet. Ich startete danach eine neue Aufzeichnung, damit ich die Tagesdistanz später richtig zusammensetzen kann.



Nach dem Aussteigen brauchte ich dringend eine Toilette und steuerte deshalb das nächste Café an. Dort gab es eine kleine sprachliche Herausforderung: Ich suchte die richtige Toilettentür und ein junger Mann zeigte auf „Emakumeak“ – Frauen. Beim Herauskommen stellte ich fest, dass an der Tür eigentlich auch ein eindeutiges Bild gewesen wäre. 😄


Danach gönnte ich mir eine Coca-Cola mit Zitrone und einen kleinen Pintxo mit Garnele.



Beim Verlassen der Bahn kam nochmals kurz die Sonne hervor. Nach dem Toilettengang setzte wieder Regen ein. Gut, dass ich gerade trocken im Lokal sitzen konnte.


Heute unterwegs fand ich ausserdem eine kleine 1-Cent-Münze – kleine Zeichen am Weg, die man einfach mitnimmt.



In der Unterkunft angekommen, wäre das Bett bereits frei gewesen, allerdings oben im Stockbett. Ich wollte lieber ein unteres Bett und wartete deshalb noch ungefähr 20 Minuten. Für das untere Bett bezahlte ich 1 € Aufpreis.



Jetzt bin ich angekommen und froh, dass ich die lange Strecke heute möglichst fusschonend und sinnvoll geplant habe.


Ich startete mit der Erkundung dieser beeindruckenden Stadt.


Mein erster Weg führte mich zur Zubizuri-Brücke von Santiago Calatrava. Die weisse, geschwungene Brücke über den Nervión ist eines der bekannten Wahrzeichen Bilbaos.



Danach spazierte ich entlang der Ría und entdeckte die Skulptur „Las Sirgueras“, die an die Frauen erinnert, die früher am Hafen schwere Lasten zogen.



Natürlich durfte das Guggenheim-Museum nicht fehlen. Schon die beeindruckende Titanfassade ist ein Erlebnis. Rund um das Museum entdeckte ich die bekannten Kunstwerke:

- Puppy von Jeff Koons

- Maman, die riesige Spinne

- Tall Tree & the Eye



Weiter ging es über die Puente La Salve. Danach fuhr ich mit der Funicular de Artxanda hinauf. Oben erwartete mich ein wunderschöner Blick über Bilbao, die Ría und die Stadt. Auch wenn das Wetter wechselhaft war, war dieser Aussichtspunkt ein besonderer Moment.



Zurück in der Stadt ging es weiter durch das Casco Viejo.


Ich besuchte:

- die Iglesia de San Nicolás

- die Plaza Nueva mit ihren Arkaden

- den Mercado de la Ribera

- die Iglesia de San Antón

- die Puente de San Antón



Durch die historischen Gassen der Altstadt führte mein Weg weiter zur Catedral de Santiago de Bilbao. Für mich als Pilgerin war dieser Ort besonders bedeutungsvoll.



Zum Abschluss ging es noch zur Basilica de Begoña. Dort entdeckte ich die Camino-Markierung mit der gelben Muschel, dem Pfeil Richtung Santiago und der Markierung PK 678. Ein schönes Zeichen auf meinem weiteren Weg.



Für das Abendessen gönnte ich mir ein 35-Day Dry-Aged Rib-Eye-Steak mit Kartoffelbeilage und einem frischen Salat.



Ein langer, abwechslungsreicher Tag geht zu Ende – mit vielen neuen Eindrücken von Bilbao und dem Gefühl, wieder ein Stück mehr auf meinem Camino angekommen zu sein.

 
 
 

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