Warum ich diesen Weg gehe
4. September 2026
Manchmal erzählen Bilder eine Geschichte, die sich mit Worten nur schwer beschreiben lässt.
Vor einiger Zeit durfte ich gemeinsam mit Janik einen besonderen Tag erleben. Die Stiftung Denk an mich begleitete uns mit Kamera und Fotograf in die Natur – dorthin, wo Janik sich besonders wohlfühlt.
Wer Janik kennt, weiss, dass sein Alltag von vielen Herausforderungen geprägt ist. Doch draussen verändert sich etwas. Er hört die Vögel, spürt den Wind, nimmt die Geräusche und Gerüche um sich herum wahr. Er wird ruhig.
Und auch für mich bedeutet das Unterwegssein viel.
Wenn wir gemeinsam wandern, bleibt für eine Weile vieles zurück, was unseren Alltag sonst bestimmt. Dann sind wir einfach unterwegs – Janik, Christof und ich.
Doch genau dort wird auch sichtbar, was für Menschen im Rollstuhl noch immer nicht selbstverständlich ist. Ein schmaler Weg, eine Stufe, ein steiler Abschnitt oder ein unwegsamer Untergrund können reichen, und plötzlich geht es nicht mehr weiter.
Deshalb liegt mir das Thema barrierefreies Wandern so sehr am Herzen.
Die Stiftung Denk an mich hat aus unserem gemeinsamen Tag eine wunderschöne Reportage gemacht:
„Ein Weg für Janik. Barrierefreies Wandern als Schlüssel zum Glück.“
Darin wird auch der Jakobswegplus vorgestellt – eine rollstuhltaugliche Pilgerroute, die Menschen wie Janik etwas ermöglicht, das eigentlich selbstverständlich sein sollte: gemeinsam mit anderen unterwegs zu sein.
Die Dreharbeiten zu dieser Reportage haben uns einen besonderen Tag geschenkt. Und manchmal erzählen die Momente hinter der Kamera fast genauso viel wie das fertige Ergebnis.
Die Bilder dieses Tages stammen vom Fotografen Cemil Erkoc.
Fotos: Cemil Erkoc
Wenn ich diese Bilder heute anschaue, kurz bevor mein eigener Weg weitergeht, berühren sie mich noch einmal auf eine andere Weise.
Morgen früh fliege ich zunächst nach London. Am Montag geht es weiter Richtung Spanien. Und am 9. September schnüre ich wieder meine Wanderschuhe.
Dann liegt ein langer Weg vor mir – durch Spanien, nach Santiago de Compostela und weiter bis ans Kap Finisterre.
Und vielleicht zeigen diese Bilder besser als viele Erklärungen, warum ich diesen Weg überhaupt gehe.
Für Janik.
Für andere Familien.
Für mehr Teilhabe.
Und für die Überzeugung, dass auch kleine Schritte etwas bewegen können.
Mein Projekt „Schritt für Schritt beWEGen – Jeder Kilometer zählt“ begleitet mich deshalb auch durch Spanien.
Und Janik?
Er wird nicht neben mir im Rollstuhl sitzen.
Doch er geht mit.
Schritt für Schritt. 🤍
Elsbeth




Kommentare