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Pilgerbericht / Camino del Norte – Küste, Höhenmeter und Atlantik-Momente

Elsbeth
vor 6 Tagen
3 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 5 Tagen

12.09.2026


Heute stand wieder ein neuer Abschnitt meines Caminos bevor: der Camino del Norte entlang der baskischen Küste.


Die Nacht in San Sebastián war leider alles andere als erholsam. Durch den Lärm von draussen und den ungewohnten Schlafplatz kam ich nur auf ungefähr vier Stunden Schlaf.


Trotzdem hiess es am Morgen: weitergehen.


Nach einem kleinen Frühstück mit einem Nutella-Gipfeli und Orangensaft machte ich mich bereit.



Um 09:40 Uhr startete ich meine nächste Etappe Richtung Zarautz.


Zuerst führte mich der Weg nochmals über die Strandpromenade von San Sebastián. Der Einstieg in den Camino del Norte war allerdings etwas abenteuerlich: Ich fand den richtigen Weg nicht sofort und lief ungefähr dreimal falsch, bis ich endlich den passenden Aufstieg gefunden hatte.



Danach war der Weg gut ausgeschildert und ich konnte mich wieder entspannen.


Die Strecke entlang der Küste war wunderschön. Immer wieder öffneten sich herrliche Ausblicke auf das Meer.



Die Höhenmeter machten sich allerdings bemerkbar. Der Camino führte mich über die Küste mit vielen Anstiegen und Abstiegen.


Nach dem höchsten Punkt war ich froh, als ich auf eine kleine Pilgerherberge traf. Dort gab es gegen eine Spende eine wunderbare kleine Stärkung:


Belegte Brötchen mit Käse und Tomate, etwas Süsses und Getränke.



Genau solche kleinen Gesten machen den Camino so besonders.


Von dort ging es nochmals bergab und nochmals hoch, bevor es wieder runter ging. Endlich in Orio angekommen, ging ich durch die Gassen mit den typischen Häusern und Schildern weiter Richtung Kirche.



Danach besuchte ich die Kirche und lief hinunter zum Hafen.



Dort fragte ich in einem Restaurant nach einem Taxi.



Die Antwort war überraschend: Die Taxifahrer machten gerade Siesta und vor 19 Uhr würde keines kommen. Mir wurde empfohlen, den Zug zu nehmen.


Also machte ich mich auf den Weg zum Bahnhof.


Dort entschied ich mich nochmals anders und organisierte über WhatsApp ein Taxi.



Der Taxi-Joker funktionierte.


Für 20 Euro wurde ich von Orio nach Zarautz gefahren.


Gegen 17:00 Uhr kam ich im Kein Hostel in Zarautz an.



Die Unterkunft ist hypermodern:


Zugang über Codes und Zimmerkarte statt Schlüssel.


Nach der Ankunft kümmerte ich mich zuerst um die Wäsche.


Dabei gab es eine kleine Herausforderung: Für die Waschmaschine fehlten mir Münzen.


Die Aufsichtsperson war jedoch unglaublich hilfsbereit und spendierte mir die Waschmaschine für 4 Euro.


Da mein eigenes Badetuch gerade in der Waschmaschine war, bekam ich zusätzlich kostenlos zwei Badetücher ausgeliehen.


Und dann kam der schönste Moment des Tages.


Während die Waschmaschine lief, ging es an den Strand.


Bei ungefähr einem Meter hohen Wellen ins Meer zu gehen, war einfach genial. 🌊



Nach diesem anstrengenden Tag war dieser Moment im Atlantik genau das, was ich gebraucht habe.


Danach machte ich noch ein paar Fotos von der Strandpromenade, ging zurück zur Unterkunft, gab die Wäsche in den Tumbler und duschte.



Zum Abendessen ging ich ins italienische Restaurant neben dem Hostel.


Eigentlich hatte ich Lust auf etwas Warmes. Die spanisch-italienische Karte hatte jedoch andere Pläne mit mir. 😄


Das erste Gericht war ein kalter Salat, obwohl ich eher mit einer warmen Suppe gerechnet hatte.



Danach dachte ich: Jetzt bestelle ich Pasta.


Doch auch das zweite Gericht war wieder kalt.



Zweimal daneben bestellt – eine weitere kleine Camino-Geschichte. 😂


Lecker war es trotzdem, und Energie nach diesem Tag konnte ich gut gebrauchen.


Ein weiterer kleiner schöner Moment:


Den Tee am Abend bekam ich von einer Pilgerin geschenkt. Denn ich dachte, dass es den umsonst gibt, was dem nicht so war – wieder so eine kleine Begegnung, die unterwegs einfach passiert.


Dieser Tag war ein echter Camino-Tag:


wenig Schlaf, Höhenmeter, kleine Umwege, Improvisation, Hilfe von Menschen, ein Taxi im richtigen Moment, ein gelöstes Wäscheproblem und am Ende die Belohnung im Atlantik.



Genau diese Mischung macht den Camino aus. 🥾🌊

 
 
 

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