Pilgerbericht / Camino del Norte – Küste, Genuss und die Kraft des Atlantiks
13.09.2026
Nach dem erlebnisreichen Tag in Zarautz durfte ich heute Morgen ausschlafen.
Die Nacht war richtig gut und mit ungefähr neun Stunden Schlaf startete ich entspannt in den neuen Camino-Tag.
Nach einem Frühstück ausserhalb der Unterkunft führte mich mein erster Weg noch in die Apotheke. Danach hiess es: zurück zum Camino.
Da mein Check-out erst um 11:00 Uhr war, nutzte ich die Zeit noch für eine kleine Runde durch Zarautz.
Dabei schaute ich mir zwei Punkte an, die ich noch sehen wollte:
Die Iglesia Santa María la Real war leider geschlossen. So blieb nur ein Foto von aussen.
Auch die Torre Luzea konnte ich noch fotografieren – ein schöner Blick auf die Geschichte dieses Ortes.
Danach ging es endlich los Richtung Getaria.
Die Küstenstrecke zwischen Zarautz und Getaria war wunderschön. Immer wieder öffneten sich Ausblicke auf das Meer und die baskische Küste.
In Getaria angekommen, schaute ich mir zuerst den Hafen an. Zuerst landete ich beim Sport- und Freizeithafen, entdeckte dann jedoch den Monte San Antón – die berühmte „Maus von Getaria“.
Der Aufstieg hat sich gelohnt.
Von oben hatte ich eine fantastische Aussicht auf die Küste, das Meer und den Ort.
Zurück in Getaria entdeckte ich weitere besondere Orte:
Die Iglesia San Salvador mit ihrem beeindruckenden Innenraum, die Katrapona-Passage – der Durchgang unter der Kirche Richtung Hafen – sowie das Elcano-Denkmal zur Erinnerung an Juan Sebastián Elcano.
Natürlich durfte auch das Essen nicht fehlen.
In Getaria sollte es eigentlich ein Fischessen werden. Erst war alles ausgebucht – doch dann klappte es doch noch: frisch gegrillter Rodaballo, direkt über der Glut zubereitet. Und so kam es zu dem besonderer Mittagstisch in Getaria:
Eigentlich hatte ich gar nicht geplant, in Getaria so ausführlich essen zu gehen. Doch manchmal schreibt der Camino seine eigenen Geschichten.
Als ich sah, dass ein Tisch frei wurde, fragte ich nach, ob ich hier essen könne, da meinte die Bedienung, dass bereits jemand vor mir gefragt habe. Ich sprach spontan die Frau an, die gerade diesen Platz bekommen hatte. Daraus entstand eine schöne Begegnung.
Sie kam aus Amerika und wir unterhielten uns auf Englisch. Sie erzählte mir von ihrem Leben und ich erzählte ihr von meiner Reise, meinem Camino und meinem Projekt „Schritt für Schritt beWEGen“.
Der grosse Wunsch war natürlich, in Getaria den berühmten Fisch vom Grill zu probieren. Doch der Fisch war nur für zwei Personen bestellbar. Also teilten wir ihn uns – und so kam es, dass ich doch noch in den Genuss dieses besonderen baskischen Fischmoments kam.
Ein Mittagessen, das nicht nur wegen des Essens in Erinnerung bleibt, sondern vor allem wegen der Begegnung. Genau solche Momente machen den Camino für mich aus. 🌊🥾
Danach ging es weiter Richtung Zumaia.
Da die Zeit inzwischen fortgeschritten war und noch der Weg nach Deba sowie die Unterkunft auf mich warteten, entschied ich mich, nicht die ganze Strecke zu Fuss zu gehen.
Mit dem Bus fuhr ich nach Zumaia.
Dort stieg ich nicht direkt am Bahnhof aus, sondern etwas später im Ort und machte noch eine kleine Runde.
Ich besuchte die Iglesia San Pedro, die ich leider nur von aussen sehen konnte, da sie geschlossen war.
Danach ging es weiter zur Ermita San Telmo.
Der Aussichtspunkt über der Küste war beeindruckend.
Mein Highlight in Zumaia war jedoch die Flysch-Küste bei Algorri.
Die spektakulären Gesteinsschichten, die Felsen und der Blick auf den Atlantik waren unglaublich.
Natürlich entstanden dort viele Fotos.
Anschliessend ging es weiter mit dem Zug nach Deba.
Nach der Ankunft in Deba wurde der Weg zur Unterkunft dann nochmals zu einer kleinen Herausforderung.
Meine Unterkunft Erlete Goikoa lag ausserhalb von Deba, oberhalb von Itziar. Nach der Ankunft versuchte ich mehrmals, die Unterkunft zu erreichen – leider ohne Erfolg.
Auch mehrere Taxi-Nummern brachten zuerst keine Lösung. So wartete ich am Bahnhof beim Taxistand und überlegte, wie ich an diesem Abend noch zur Unterkunft kommen sollte.
Zum Glück blieb ich nicht alleine mit dem Problem. Auch die Unterkunft bemühte sich und versuchte eine Abholung zu organisieren – sogar aus Zumaia wurde versucht, Hilfe zu bekommen.
Nach einiger Wartezeit fand sich schliesslich eine Lösung und die Abholung konnte organisiert werden.
Die Erleichterung war gross, als ich endlich in Erlete Goikoa ankam.
Die Unterkunft liegt wunderschön ruhig und abgelegen. Nach diesem turbulenten Abschluss des Tages war es genau der richtige Ort zum Ankommen.
Am Abend probierte ich noch den selbstgemachten Apfelsaft der Unterkunft und genoss ein Pasta-Gericht.
Wieder einmal zeigte mir der Camino:
Schritt für Schritt findet sich eine Lösung. 🥾
Der Tag war eigentlich ruhiger geplant gewesen.
Am Ende wurde es trotzdem ein Tag voller besonderer Momente:
die Küste zwischen Zarautz und Getaria, der Monte San Antón, die Iglesia San Salvador, ein typisches Fischessen in Getaria und die beeindruckende Flysch-Küste von Zumaia.
Wieder einmal zeigte mir der Camino:
Es geht nicht darum, möglichst viele Kilometer zu sammeln.
Es geht darum, die besonderen Momente bewusst wahrzunehmen. 🥾🌊




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